Historisches
 
 
Seit 1913 gehörten als Ortgruppe Uffing mehrere Damen und Herren dem Obstbauverband Murnau an. 17 Mitglieder davon beschlossen am 14. März 1920 beim Neuwirt die Gründung eines eigenen "Obstbauverein Uffing". Erste Gründungsversammlung fand dann am Sonntag, den 7. November 1920 um 15 Uhr im Bärtl'schen Gasthaus statt, mit einem Vortrag des Bezirksgärtners. Aufgerufen wurden alle Uffinger Haus- und Grundstücksbesitzer. Im Vordergrund stand die erwerbsmäßige Pflanzung und Pflege von Obstbäumen.

 
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Gründer und Vorsitzender war bis 1936, Oberstudienrat Ignaz Plötz. 40 Mitglieder zählte der Verein nach seiner ersten Versammlung. Der Jahresbeitrag betrug damals 5 Reichsmark, in der Hyperinflation 1923 stieg er auf 100 Reichsmark an und nach der Währungsumstellung in Rentenmark, ging es mit 1 Mark weiter. Heute sind es 6 € bei ca. 180 Mitgliedern. Zur damaligen Zeit hatte Uffing um die 1100 Einwohner.
 
           
   
           
 
1936 hatte sich der Verein inzwischen in den "Obst- und Gartenbauverein Uffing" umbenannt.

Zu einer immer größeren Gefahr in den Gemeinden und Landkreisen wurde zu dieser Zeit die Blutlaus. Alle Obstbaumbesitzer wurden aufgerufen, endlich tatkräftig mitzuwirken und stark befallene Bäume zu entfernen und sofort zu verbrennen. Weniger stark Geschädigte sollten zurück geschnitten  und mit Karbolineum gespritzt werden, auch die Gesunden. Dies ging sogar so weit, dass die Gemeinden aufgefordert wurden, bei Unterlassung,  rechtlich vorzugehen.

Ein Zeitungsartikel vom 15.03.1922: "Darum sollten die Gemeinden nicht zögern, sofort ortspolizeiliche Vorschriften zu erlassen, welche die Besitzer blutlausbefallener Obstbäume bei Strafe zwingen, die Bekämpfung rechtzeitig und fachgemäß vorzunehmen oder vornehmen zu lassen."

Im Murnauer Postsaal fand 1922 schon zum achtzehnten Mal eine Obstausstellung des Bezirksobstbauverbands statt, wo die umliegenden Ortsvereine ihre Waren präsentierten. Ausgestellt waren bis zu 15 ertragreiche und widerstandsfähige Apfelsorten, auch von Gärtnereien, wie Müßig, Waner, Schloss Rieden … Besonders schön waren Vorführungen von Spalierobstfrüchten. Vertreten waren auch besonders dankbare Buschbaumsorten und Steinobst.

Die schönsten Sammlungen bäuerlichen Obstbaus, boten die Vereine Habach, Spatzenhausen, UFFING und die Insel Wörth. Auch 1925 war  Uffing unter den Leistungsträgern. Als Mitglied des Vereins hatte man viele Vorteile. So konnte man z.B. günstig jede Art von Bäumstämmen erwerben, auch bewährte Spritzmittel waren im Sortiment. Dazu gab es einen Baumwart, der das Pflanzen, Spritzen, Ausschneiden und Veredeln der Bäume für ein Entgelt übernahm. Auch Nichtmitglieder konnten für einen etwas höheren Betrag den Service in Anspruch nehmen. So wurden alle neu erworbenen  Bäume dokumentiert und der Ertrag festgehalten.

1936 legte Oberlehrer Ignaz Plötz sein Amt als Vorsitzender ab. Er hatte ein schweres Gichtleiden und wollte in seiner Heimatstadt Freising den wohlverdienten  Ruhestand verbringen. Für sein großes Engagement verlieh man ihm bei einer Abschiedsfeier des Bezirksobstbauverbands Murnau eine Ehrenurkunde.

Ganz entscheidend mitgeprägt hat Uffing von 1920 bis 1956 der Bezirksgärtner und ab 1937 der Bezirks-Gartenbau Inspektor Auer aus Weilheim.  Bei jeder Hauptversammlung, bis auf der 1930, hielt er die Vorträge und über's Jahr gab er Kurse wie z.B. Schnittkurs, Mostverarbeitung und Haltbar machen von Obst und Gemüse. Kurzum, er war 36 Jahre lang  der Berater für Uffinger rund um alle Garten- Angelegenheiten.

Ein Dauerthema in seinen Vorträgen war die Bekämpfung der  Schädlinge wie die Blutlaus, später der Apfelstecher, Manila, Schildlaus, Blattläuse und Schorf etc.
Um 1940 beklagte man  Hasenfraß und es gab starken Frost, so dass viele Bäume gefällt werden mussten. Es wurde auch angeraten mehr Gemüse anzubauen. 1945 fiel die Hauptversammlung aus.

1949 zählte der Verein stolze 167 Mitglieder. Danach nahm die Zahl wieder ab. 1950 nahm Uffing bei einem Blumenwettbewerb erfolgreich teil und belegte den 1. Platz. Vom Landesverband erhielt der Verein 65 DM als Anerkennungsprämie. Am 14. Januar 1951 erhielt die Gemeinde Uffing ein Ehrendiplom und der Verein 100 DM. Bewertet wurde Uffing als eins der schönstgeschmückten Dörfer Oberbayerns.

 
   
 

Das Augenmerk, wurde ab da auch verstärkt auf Blumenschmuck gelenkt. Ab 1957 wurde dem Verein ein Herr Zenz als Fachberater zugeteilt. In seinem Vortrag war von großen Frostschäden die Rede, der die Hälfte der Bäume vernichtete. Auch in den Jahren zuvor und danach gab es viele Frostschäden. 1962 wurden in seinem Vortrag, das erste Mal Schnecken erwähnt, auch Mäuse und Blattläuse waren Übeltäter des Gartenjahres. Die Frauen wurden angehalten, den Garten vor  dem Haus, etwas mehr Zeit und Liebe zu widmen, da Uffing auch ein Fremdenverkehrsort sei. 1969 erkrankte der Hochbetagte Vorstand Herr Kößler. 20 Jahre leitete er das Amt des Vorsitzenden und  wurde nun zum Ehrenvorsitzenden erklärt. Damit kam das aktive Vereinsleben zum vorläufigen Stillstand.

1973 wurde über einen Anschluss zum Uffinger Verkehrsverein nachgedacht. Die 100 Mitglieder wollten aber die geplante Auflösung wegen des Wohlstandes auf diesem Gebiet nicht ohne Bedenken begehen. Die zahlreichen Mitglieder entschlossen sich zu einer neuen Vorstandschaft und einer Umbenennung des Vereins in  „Verein für Obst-, Garten- und Blumenfreunde“,  um einen größeren Personenkreis anzusprechen. Vom Landratsamt aus wurde 1977 die Stelle des Kreisfachberaters gestrichen, so dass der Verein sich selbst organisieren musste  Als neuen Vorsitzenden wählte man Herrn Scherer. Mit ihm unternahm der Verein seinen ersten zweitägigen Ausflug noch Stuttgart, an der 45 Personen teilnahmen.

An Stelle eines Referenten wurde anfangs eine Tonbandaufzeichnung bei der Jahresversammlung angehört. Jedoch bald fand man fachkundige Leute, die bereit waren, Vorträge zu halten. Für Schnittkurse holte man Landschaftsgärtner. Bei der Jahresversammlung von 1997 war Frau Zenke vom Kreisverband Garmisch-Partenkirchen eingeladen. Sie warnte vor der  immer weiter ausbreitenden Bakterienkrankheit, den Feuerbrand, mit dem wir heute noch zu kämpfen haben.
Anschließend  sprach sie über viele Vorteile, die man als Mitglied des Kreis- und Landesverbandes genießt, so dass bei einer anschließenden Abstimmung zwei Drittel der Mitglieder mit "Ja" stimmten.

2000 hatte der Verein zwei weitere Ehrenmitglieder: Herrn Josef Mayer und Herrn Ludwig Feldmayer, die bereits ein halbes Jahrhundert dem Verein angehörten. Einige Jahre später kam noch Herr Scherer dazu. Für die 80-Jahr-Feier wollte man ein eignes Logo. Dazu wurde in der Schule ein Mal- und Zeichen-Wettbewerb ausgeschrieben. Mitentscheiden durften alle anwesenden Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung.

Zur Verschönerung der Gemeinde hat sich der Verein bei verschiedenen Aktionen beteiligt: das Aufstellen eines Nussbaums und Bepflanzen von Kästen an der Uffinger Schule; das Begrünen und Bepflanzen des neuen Kindergartens; das Auffüllen von Lücken und Erneuern von 17 Jungpflanzen am Birkenweg; die Pflege rund um den Maibaum usw.

Aktuell bietet der Verein an: Schnittkurse, naturkundliche Wanderungen, Ausflüge rund um den Garten und Fahrt zum Christkindlmarkt, Vogelnistkästen bauen, Apfelsaftpressen im Kindergarten, Pflanzentausch. Seit 2008 hat der Verein, der inzwischen seinen Namen in Verein für Garten- und Blumenfreunde umgeändert hat, die erste Frau an der Spitze: Frau Christa Mayr.

Unter dem Motto: „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ bewarb sich Schöffau bei einem Bundeswettbewerb und wurde 2009 mit einer Silbermedaille ausgezeichnet. Zusätzlich erhielt Schöffau einen Sonderpreis für die Gründung eines Dorfrats.

 
 
 
 

Am 30. Oktober 2010 wurde das 90-jährige Bestehen im Gasthof „Zur Post“ gefeiert. Eine kleine Ansprache hielt Frau Magdalena Kühn, „Kreisvorsitzende“, und Herr Rupert Wintermeier, unser Bürgermeister. Anwesend war auch Frau Corina Zenke vom Landratsamt. Durch den Abend führte Herr Thomas Janscheck und aufgspuit hat die Jungendgruppe „zwoa und zwoa“.
2012 übernahm Angelika Bierbichler den Ersten Vorsitz und Christa Mayr wechselte auf den zweiten Platz. Neu zur Vorstandschaft kamen, Maria Reicheneder und Annelies Pavel. Der Jahresbeitrag wurde auf 8 € erhöht.


Text?Am 7. März 2013 verstarb ganz plötzlich im Alter von 77 Jahren „Hans Tafertshofer“.
Hans war von 1973 bis 2010 Schriftführer und die vergangenen drei Jahre Beisitzer. Zusammen mit Herrn Norbert Joraschky übernahm Hans Tafertshofer zahlreiche Aufgaben — wie Ruhebänke aufstellen und erhalten, Birken am Birkenweg pflanzen, Apfelsaft pressen im Kindergarten. Zudem bereicherte Hans Tafertshofer im letzten Jahrzehnt die Jahresversammlung mit seinen Lichtbildern, die er jeweils übers Jahr zusammengetragen hat. 2010 wurde Hans Tafertshofer und 2011 Norbert Joraschky zum Ehrenmitglied ernannt.